Midlife Krise Manner

Die Symptome sind ein bisschen diffus und schwer zu greifen, aber vor allem Unzufriedenheit und Grübeleien sind es, die die Midlife Crisis vor allem ausmachen. Stimmungsschwankungen und eine gewisse Unsicherheit kommen noch dazu. Plötzlich scheinen die bisher getroffenen Entscheidungen für den Mann nicht mehr so klar, nachvollziehbar und lebenserfüllend. Wenn man sich den Zeitpunkt der Midlife Crisis anschaut, ist das auch nachvollziehbar: Plötzlich liegt nicht mehr das ganze Leben vor einem, sondern höchstens noch das halbe.

Sinnkrise und Lösungsansätze Nicht jeder Mann greift in der Mitte seines Lebens zur Kündigung, wirft sich in Lederkleidung und begibt sich auf einen Roadtrip. Die Suche nach neuen Lebensaufgaben in Form von Hobbys ist dagegen ziemlich wahrscheinlich. Kenntnisse und Fähigkeiten werden in Angriff genommen, die bisher aus Zeitmangel aufgeschoben wurden. Hier findet sich dann der oft bemühte Motorradführerschein neben dem plötzlichen Interesse am Bergsteigen oder der Wunsch, doch noch mehrere Monate Auslandsaufenthalte für die Firma zu absolvieren.

Genau diese Bemühungen sollen die Gefühle von Unzufriedenheit und Rastlosigkeit bekämpfen. Wie und ob das gelingt, ist sehr unterschiedlich. Freiräume und die Akzeptanz durch die Partnerin sowie das Umfeld sind ein erster Ansatz, um dem Mann in seiner Krise beizustehen. Das Älterwerden kompensieren — durch Seitensprünge Seitensprünge, Affären und letztlich auch die Trennung fallen oft in die Phase der Midlife Crisis. Denn obwohl Männer noch bis ins hohe Alter hinein grundsätzlich zeugungsfähig sind, lässt die Leidenschaft in einer langjährigen Partnerschaft irgendwann nach.

Mit den ersten Anzeichen der Krise setzt sich der Gedanke fest, dass eine neue, jüngere Partnerin hier Abhilfe schaffen könnte. Das stimmt zwar auch durchaus, wie betroffene Männer oft genug unter Beweis stellen. Sie fühlen sich — zumindest kurzfristig — jünger und unbeschwerter, die Leidenschaft ist wieder da, ganz wie früher. Aber wer jahrelang in einer festen Beziehung ein inniges Vertrauensverhältnis aufgebaut hat, der schüttelt eben dieses gar nicht so leicht ab. Die Nähe zur Ex-Partnerin und zur Familie fehlt dann doch.

Der Mann steckt zwischen zwei Welten fest: War es das schon? Was will ich noch erleben, ändern, anders machen? Lüthge bemerkt an bestimmten Gefühlen, dass ihre Patienten womöglich eine Midlife-Crisis durchmachen. Sie sind häufig unzufrieden mit sich und ihrem Umfeld, wollen Veränderungen, rebellieren. Der eine kauft sich den langersehnten Sportwagen, der andere übt plötzlich auf der Gitarre. Auch Partnerschaften brechen auseinander. Mann und Frau glauben, sie passen nicht mehr zusammen, leben mehr nebeneinander als miteinander.

Lust und Leidenschaft gehen verloren. Älterer Mann, junge Freundin: Mehr als ein Klischee "Männer suchen sich teilweise schon jüngere Partnerinnen", sagt Lüthge. Er verspürt mit der Neuen mehr Energie und Leidenschaft, glaubt, die alten Lebensgeister seien wieder erwacht. Doch die Psychologin warnt: Langs merkt an, dass "sich auch Frauen in diesem Lebensabschnitt einen jüngeren Partner suchen".

Er ist in einer Phase, in der er nur sich selbst im Blick hat und in der das Leid der Menschen um ihn herum kaum zu ihm durchdringt. Er ist sich selbst nicht darüber im Klaren, was mit ihm geschieht, und fügt abgrundtiefe Verletzungen zu, ohne dass dies bewusst in seiner Absicht liegt. Auch für ihn ist es eine schwierige Zeit. Es ist seine Krise und nur er kann sie lösen.

So sehr die Partnerin es sich auch wünschen mag, sie kann ihn aus der Krise nicht herausholen. Sie kann nichts tun, damit die Dinge wieder so werden, wie sie einmal waren. Vielfach bestimmen tiefe Verzweiflung und Weinkrämpfe den Tag. Wut, Hoffnungslosigkeit, Trauer und Melancholie wechseln sich ab mit dem vagen Wunsch, dass doch noch wie durch ein Wunder alles wieder gut werden möge. Manchen Beziehungen gelingt es, sich durch die Stürme der Midlife-Crisis hindurch in ruhigere Gewässer zu retten.

Etliche Beziehungen zerbrechen auch daran.


Gibt es die Midlife-Crisis überhaupt?